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(C) 2003 by E.Reinel

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new2Eigene Erlebnisse

Es gibt immer wieder Erlebnisse im Leben, die man selbst als Schlüsselerlebnisse für sich sieht. Auch in meinem Leben gibt es selbstverständlich solche Schlüsselerlebnisse (und ihre Folgen) und ich möchte Dir an dieser Stelle etwas darüber erzählen.

Skiunfall

Ende März 2000 traf mich sehr unerwartet ein Schicksalsschlag. Ich wollte ein paar Tage Skifahren, wollte das blendende Wetter geniessen und mich ein wenig erholen, abschalten vom Alltag. Ein eigentlich sehr unspektakulärer Sturz am zweiten Tag beendete leider sehr schnell den Genuß. Wie sich herausstellte, hatte ich mich schwer an der Schulter verletzt und nach den Aussagen des Arztes (eines wirklichen Spezialisten) bestand lediglich eine Aussicht von 30%, daß mein Schultergelenk erhalten werden kann. Nach einigen Wochen war klar, daß ich ein ziemliches Glück im Unglück hatte, alles lief optimal, ich konnte das Gelenk reparieren. (In der ersten Fassung dieses Textes steht “das Gelenk konnte repariert werden”. Ich bin aber der Überzeugung, dass neben der herausragenden chirurgischen Leistung von Prof.Dr.Scherer (vom Münchner Klinikum rechts der Isar) auch eine ganze Menge Optimismus und Kraft von mir selbst nötig war, um zu diesem Ergebnis zu kommen.)

Schicksalsschläge wie dieser kommen vollkommen unerwartet und bringen erst einmal einen Riesenwirbel ins Leben. Alles wird verändert, in meinem Fall hatte sich das ausgedrückt durch einen plötzlichen Verlust der Unabhängigkeit (ich habe fast einen Monat lang wieder bei meinen Eltern gelebt) verbunden mit der bangen Frage, ob der Arm so heilen wird, daß er wieder benutzbar sein wird. Über einen Monat hinweg konnte ich mich überhaupt nicht selbst versorgen.

Erstaunlich war die Kraft, die ich jedoch dabei in mir verspürt habe, eine Kraft, die ich aus meinem Urvertrauen in das Leben geschöpft habe. Nichts im Leben passiert zufällig, alles hat einen tieferen Sinn. Für mich stand fest, daß es ok ist, wie es ist. Auch ohne den Sinn dahinter bereits erkannt zu haben. Ich habe es in keiner Weise bereut, an diesen beiden Tagen zum Skifahren gegangen zu sein, im Gegenteil, es waren zwei wundervolle Tage! Es hat keinen Sinn, der Vergangenheit auch nur eine Träne nachzuweinen, denn ich kann sie nicht mehr ändern. Es hat auch keinen Sinn, sich über eine unbekannte Zukunft Sorgen zu machen, denn sie ist noch nicht da. Das einzige was zählt ist die Gegenwart, das “Hier und Jetzt”! Ich bin überzeugt, daß die gute Heilung dieser Verletzung nicht zuletzt das Resultat von Vertrauen und Optimismus ist, den ich in mir spüre! Und ich glaube, daß im Falle von Depression und Pessimismus Heilung behindert wird, und das, obwohl kein Nutzen darin liegt, pessimistisch zu sein!

Offen zu sein für den eigenen Weg und Vertrauen zu haben in ihn ist der Schlüssel zum Glück! Pessimismus und Grübelei führen in Sackgassen und versperren den Blick für den wahren Weg im Leben!

Ich habe durch diesen Unfall mit der resultierenden schweren Verletzung gespürt, daß ich für mich auf dem richtigen Weg bin, daß mich so leicht nichts aus der Bahn werfen kann, es geht immer weiter!

Loslassen meiner beruflichen Position (Juli 2000)

Jetzt, im Juli 2000 hat sich für mich der Effekt meines Skiunfalls gezeigt, der in der Tat diesem schweren Schicksalsschlag einen Sinn gibt. (Und damit im Sinne der Prophezeiungen von Celestine für mich eher eine Fügung als ein blöder Zufall war!)

Vor einigen Tagen (im Juli 2000) habe ich in der Firma die bittere Erfahrung gemacht, ein Projekt, das ich seit über 3 Jahren “auf der grünen Wiese” aufgebaut habe, loslassen zu müssen (der Grundstein dazu wurde gelegt, als ich zwangsweise durch meinen Unfall nicht arbeiten konnte...). Die Umstände waren für mich sehr sehr hart, ich habe eine Enttäuschung durch einen Menschen erfahren, von dem ich immer dachte, er wäre ein echter Freund (dessen Entscheidung es im Endeffekt war, mich aus dem Projekt zu kicken, das ich selbst seit 3 Jahren aufgebaut habe, und der selber meine Rolle dort übernommen hat). Einige Zeit lang viel es mir sehr schwer, all das eigenhändig dort Aufgebaute loszulassen und ich konnte es nicht verstehen, wie es zu einem derartigen Verhalten kommen kann. Doch im Grunde kommt es nicht darauf an, die Taten anderer Menschen zu verstehen oder sogar beeinflussen zu wollen. Der einzige Mensch, den man problemlos steuern oder ändern kann, ist man selbst. Und es macht auch keinen Sinn, sich an materielle oder auch ideelle Dinge zu klammern, denn es macht nur Kummer. Das Leben geht weiter, mein Blick ist nach vorne gerichtet, die Vergangenheit ist an dieser Stelle abgeschlossen worden. Und seit ich für mich zu dieser Überzeugung gefunden habe, hat sich das “Problem” in Luft aufgelöst.

Der neue Weg (Ende Juli 2000)

Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass der Schritt des Loslassens für mich nicht nur eine Ära beendet hat, sondern dass er für mich eine ganze Menge neuer Perspektiven geschaffen hat. Meine neue Aufgabe in der Firma ist sehr interessant und hat mir geholfen, eine Korrektur meiner “Laufbahn” durchzuführen, die ich insgeheim durchaus schon länger für sinnvoll erachtet habe. Ich verspüre keinen Schmerz mehr über den “Verlust meines” Projektes. Es ist für mich ein Schritt in meinem Leben gewesen, den ich nun hinter mir lasse, um den nächsten Schritt zu gehen.

Erst das totale Loslassen des alten Lebensabschnitts ermöglicht den unbelasteten Beginn eines neuen Lebensabschnitts!

Loslassen der Firma - Die Kündigung (22.Dezember 2000)

Offenbar bin ich auf dem Weg, den ich mit dem Skiunfall eingeschlagen habe, noch nicht am Ziel! Die neue Tätigkeit innerhalb der Firma ist sehr interessant, es kam ein neuer Schwung in mein Leben. Doch die Ereignisse haben mir als “Trabanten in der Umlaufbahn der Firma” einen genügend großen Schwung gegeben, daß ich diese Umlaufbahn verlassen werde!

Die Ereignisse haben meine ehemals sehr starke emotionale Bindung an die Firma, die ich mit aufgebaut habe,  vollkommen aufgelöst und den Weg in eine neue, sehr sehr interessante Zukunft freigegeben! Erneut werde ich einen Teil meines früheren Lebens loslassen und mich auf die Reise ins Unbekannte machen.

Genaueres möchte ich dazu allerdings noch nicht schreiben, aber ich bin mir sicher: mein Weg geht weiter und ich werde Euch darüber berichten! :-)

Die “eigene” Firma (April 2001)

Der nächste Schritt ist getan! Ein Jahr nach dem Unfall vollendet sich aus meiner jetzigen Sicht das Bild, das mit dem Skiunfall begonnen wurde. (Was nicht heissen soll, dass noch weitere neue Facetten dazukommen werden!)

Eine neue Firma wurde gegründet, an der ich beteiligt bin. Dies ist für mich nun ein Schritt auf dem Weg zu einer größeren Unabhängigkeit, sowohl finanzieller als auch zeitlicher Art. (Natürlich wird es eine ganze Menge Arbeit bedeuten, da habe ich keine Illusionen, doch durch die spezielle interne “Konstruktion” der Firma existieren genug Freiheitsgrade für jeden Mitarbeiter, um auch den eigenen Bedürfnissen nachzugehen.)

Interessant ist es nun für mich, wie ich diese neue berufliche Situation mit meinen Erfahrungen und Überzeugungen in Einklang bringen kann...

Es läuft :-) (April 2003)

Jetzt, zwei Jahre nachdem ich hier das letzte geschrieben habe, möchte ich hier wieder von dieser Kette berichten. In der Rückschau bin ich wirklich glücklich, wie das alles gekomen ist. Unsere Firma wächst und gedeiht und ich weine ConSol, meiner alten Firma keine Träne nach. Denn nach allem, was ich höre, hat sich dort auch nach meinem Weggang nicht viel geändert. Im Gegenteil: noch mehr Leute haben erkannt, dass nur der Wechsel in eine andere Firma der richtige Weg für sie ist und sind ebenfalls gegangen.

Auch wenn es sich bewahrheitet hat, dass ich natürlich mit der neuen Firma viel zu tun haben werde, so hat es sich wirklich gelohnt.

Und meine Schulter ist (fast) wieder wie neu :-)

 

Über ein sehr schönes Erlebnis, das ich 1999 in Thailand erleben durfte, berichte ich auf der nächsten Seite!